Man muss sich klar machen, dass die Zölle vom Staat erhoben werden. Sprich, wir als Firmen und Verbraucher zahlen die Zeche, aber die verhängten Zölle, Gegenzölle und so weiter bekommt eben weder Harley noch z.B. BMW zu sehen.
Es läuft darauf hinaus, dass zeitgleich unsere neue Harley teurer wird, während wir vielleicht bei BMW arbeiten und aufgrund der sich verschlechternden wirtschaftlichen Situation unserer Arbeitgeber Löhne und Gehälter stagnieren oder Arbeitsplätze entfallen. Da kurzfristig fast alle Länder gegenseitig höhere Zölle erheben, werden insgesamt die Preise steigen.
Obwohl das schon Schreckensszenario genug ist, ist für mich das größte Problem die völlige Unberechenbarkeit von Trump. Niemand kann sich darauf einstellen, dass irgendeine Entscheidung von Dauer ist. Und damit sind auch getroffene Maßnahmen sozusagen täglich neu zu bewerten. Unter solchen Vorzeichen ist es beispielsweise blanke Panik, wenn Händler sich die Lager noch schnell mit Waren füllen, die vielleicht allein wegen der wirtschaftlichen Situation ihrer Kunden kaum absetzbar sind. Die Harley zum 2024er Preis mag billiger sein als die 2025er, aber wenn der Kunde um seinen Job fürchtet, wird auch sie im Lager bleiben. Wenn andererseits Trump morgen gute Laune hat und alle Zölle zurück nimmt, stehen die Maschinen "zum alten Preis" erst recht wie Blei. In dieser Situation halten die Kunden hübsch ihr Geld beisammen, statt entbehrliche Luxusgüter zu kaufen, und sei es nur, weil sie auf den günstigsten Moment warten. Auf der Strecke bleiben die Händler, denen Atem und Kreditlinien gleichermaßen ausgehen werden.
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Der Sonne entgegen,
Micha