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Geschrieben von HarleyChild am 26.05.2026 um 13:14:

Vorderradbremse defekt?!

Moin zusammen,

nachdem ich das Motorrad nach defektem Regler und zerschosser Batterie durch Austausch wieder fahrtüchtig bekommen habe, stellte ich folgendes Problem fest:

Vorderradbremse schleift leicht und wird extrem heiß. Hierbei bleibt das Motorrad leicht schiebbar. Bremse nicht fest. Dies hatte ich letzte Saison im August, wonach sie (unfreiwillig) zu Harley geschleppt wurde und neue Beläge bekam. Das war bei ca. 76900 km, jetzt habe ich gerade mal 78300 km nach der Bremsenwartung. Ich erwartete, dass die Bremse mehr als 1400 hält.

Wir haben nun selbst nachgesehen und den Kolben (den Harley blöderweise nicht gleich mit getauscht hat) etwas
gangbar gemacht und wieder zusammengebaut. Beläge scheinen originale HD Sinter verbaut worden zu sein. 

Gestern Probefahrt 7km, ausschließlich Hinterradbremse genutzt. Vorderbremse weggelassen. Kein Schleifgeräusch vorne zu hören und Scheibe vorne blieb kalt.

Rückfahrt 7km, Vorderbremse genutzt. Plötzlich Schleifgeräusche und nach Fahrtende Vorder-Scheibe extrem heiß. Hierbei Vorderrad durchgängig beweglich. An den roten Ampeln immer wieder getestet. Motorrad ließ sich normal schieben.

Reklamationsversuch bei Harley bislang ohne Erfolg. Man will sich bei mir zurückmelden, aber frühestens in drei Wochen kann sich das dort mal jemand ansehen.

Weiß jemand was die Ursache sein könnte?

Laut Rechnung wurde nach eingehender Prüfung lediglich Vorderbremse Klötze getauscht und Flüssigkeit neu und entlüften (DOT5).

Bin für jeden Hinweis dankbar.

VG


Geschrieben von bestes-ht am 26.05.2026 um 13:52:

So würde ich nicht groß weiterfahren sonst himmelst noch die Scheibe - Verzug!

Wenn Harley da dran war würde ich Luft im System und eine verschlossene Rücklaufbohrung ausschließen wollen, aber bei der Mitarbeiterfluktuation kann da aber auch schon was passieren.

Das Bike ist doch schon was älter/km?
Denke da würden neue Kolbendichtungen unten wie oben, also eine komplette Zerlegung und Reinigung der Komponenten Sinn machen.
Dann flutscht das auch wieder!

__________________
Wir werden nicht grau, wir werden chrome....

Wo gehstn hin? Motorrad fahren. Warst du doch gestern erst. Ja, bin aber nicht fertig geworden..... fröhlich fröhlich fröhlich


Geschrieben von Moos am 26.05.2026 um 13:54:

Bewegen sich die Bremsbeläge beim betätigen der Bremse? Das heißt, gehen die wieder etwas von der Scheibe zurück wenn man den Hebel los läßt? Wenn nicht ist der Kolben zu fest und die Dichtringe können selbigen nicht ausreichend zurück ziehen. Das im kalten Zustand testen.
Kann auch sein das der obere Bremskolben schwergängig ist und nicht ganz zurück läuft um die Entlastungsbohrung zu öffnen. Wenn dann die BF heiß wird und sich ausdehnt, können die Beläge nicht mehr richtig zurück. Das kannst ganz einfach testen, in dem du den Deckel vom BF-Behälter entfernst und am Hebel ziehst. Dabei sollten ein kleiner Schwall BF durch die Entlastungsbohrung aufsteigen. Nicht zu schnell ziehen, sonst spritz es ggf. raus. großes Grinsen

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Geschrieben von HarleyChild am 26.05.2026 um 15:09:

zum zitierten Beitrag Zitat von bestes-ht
So würde ich nicht groß weiterfahren sonst himmelst noch die Scheibe - Verzug!

Wenn Harley da dran war würde ich Luft im System und eine verschlossene Rücklaufbohrung ausschließen wollen, aber bei der Mitarbeiterfluktuation kann da aber auch schon was passieren.

Das Bike ist doch schon was älter/km?
Denke da würden neue Kolbendichtungen unten wie oben, also eine komplette Zerlegung und Reinigung der Komponenten Sinn machen.
Dann flutscht das auch wieder!

Ich traue dieser Harley-Werkstatt leider alles zu. Vor allem bei alten Bikes, da sie sowas selten dort haben. 

Es ist eine 1992er Softail mit nun knapp 80.000 km ja.

Ich vergaß zu erwähnen, dass es einen Umfaller rechtsseitig gab. Das Motorrad ist leider einmal auf den rechten Hebel/ Lenkerende gefallen. Ich kann mir aber schwer vorstellen, dass davon die Bremse jetzt diese Symptome hat.


Geschrieben von HarleyChild am 26.05.2026 um 15:11:

zum zitierten Beitrag Zitat von Moos
Bewegen sich die Bremsbeläge beim betätigen der Bremse? Das heißt, gehen die wieder etwas von der Scheibe zurück wenn man den Hebel los läßt? Wenn nicht ist der Kolben zu fest und die Dichtringe können selbigen nicht ausreichend zurück ziehen. Das im kalten Zustand testen.
Kann auch sein das der obere Bremskolben schwergängig ist und nicht ganz zurück läuft um die Entlastungsbohrung zu öffnen. Wenn dann die BF heiß wird und sich ausdehnt, können die Beläge nicht mehr richtig zurück. Das kannst ganz einfach testen, in dem du den Deckel vom BF-Behälter entfernst und am Hebel ziehst. Dabei sollten ein kleiner Schwall BF durch die Entlastungsbohrung aufsteigen. Nicht zu schnell ziehen, sonst spritz es ggf. raus. großes Grinsen

Ich versuche das mal. Danke. 

Beläge bewegten sich leicht. Ob sie wieder zurückgehen, konnte ich nicht richtig sehen.


Geschrieben von Knut Schmidt am 26.05.2026 um 18:32:

Eventuell sind beim Einbau der neuen Beläge die Kolben nicht oder nicht gut genug gereinigt worden, so dass jetzt Schmutz die Gängigkeit beeinträchtigt. Seit wann hast du das Motorrad? Könnte es sein, dass der Vorbesitzer absichtlich oder versehentlich auf DOT 4 umgestellt hat? Zuerst würde ich den Deckel vom Hauptbremszylinder abnehmen und 1) schauen, ob wirklich DOT 5 drin ist. Die Flüssigkeit müsste noch richtig lila sein. Der Monteur hat nicht immer unbedingt das gemacht oder genommen, was auf der Rechnung steht. 2) schauen, ob die Ausgleichsbohrung frei ist. Wenn der Hebel mehrmals langsam betätigt wird bis zum leichten Druck, sollte man sehen können, wie das arbeitet (hat Moos schon geschrieben).
Manche möchten nur das Allernötigste machen. Ich würde auf jeden Fall alles zerlegen und unten und oben die Kolbendichtungen austauschen (hat Bestes HT schon geschrieben). Bei DOT 5 ist das recht angenehm zu machen, weil die Komponenten normalerweise nicht so vergammelt sind wie bei einer alten Bremsanlage, die mit DOT 4 oder ähnlichem betrieben worden war.


Geschrieben von Moos am 26.05.2026 um 19:16:

zum zitierten Beitrag Zitat von Knut Schmidt
schauen, ob wirklich DOT 5 drin ist. Die Flüssigkeit müsste noch richtig lila sein.

Das ist mit Vorsicht zu genießen, denn zumindest die DOT 5, die ich verwende verliert mit der Zeit in Gebrauch die lila Farbe und sieht aus wie DOT 4, etc.

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Geschrieben von Scirocco am 26.05.2026 um 20:19:

Nur die Bremskolben reinigen alleine bringt nix. Die Ringnuten im Bremssattel für die Kolbendichtringe und Staubmanschetten gehören grundsätzlich gereinigt. Durch Feuchtigkeit bildet sich im Alu eine Oxydschicht, die unterwandert dann die Kolbendichtringe und sorgen für mehr Anpressdruck und verhindern dann ein zurückstellen.


Geschrieben von Tommel am 27.05.2026 um 08:49:

Weiß nicht … mir geht es schon auf die Nerven die Werkstätten immer als Anstalten für Vollpfosten im offenen Vollzug darzustellen.
Das Prinzip der Scheibenbremse hat sich nur einmal verändert als man von mechanische auf hydraulische Übertragung überging.
Es ist also egal ob deine Kiste Bj 92, 2002 oder 2022 oder 1962 ist

Scirocco hat dies schön illustriert und weil dir der Karren auf die Bremsarmatur gekippt ist sehe ich darin sehr wohl eine mögliche Ursache.
Und nein , warum sollte der Quadratring im Sattel automatisch bei Bremsbelagwechsel getauscht werden ?
Oder der Bremskolben ausgebaut und begutachtet werden ?
Das einzigste was man erwarten muss das der Schlosser sich die Bremsflüssigkeit anschaut, diese evtl prüft (dafür gibt es einen Tester), evtl die Flüssigkeit tauscht und der Kunde das bezahlen muss.
Dann noch eine Probefahrt die Gasse runter und wieder hoch. Aber nix 15Km langer Systemcheck !
Basta
Ich möchte mal das verheulte Gesicht des Kunden sehen wenn eine Werkstatt derart proaktiv wird und einen simplen Belagwechsel mit Tausch aller Dichtungen + Kolben verbindet
fröhlich


Geschrieben von HarleyChild am 27.05.2026 um 09:00:

zum zitierten Beitrag Zitat von Knut Schmidt
Eventuell sind beim Einbau der neuen Beläge die Kolben nicht oder nicht gut genug gereinigt worden, so dass jetzt Schmutz die Gängigkeit beeinträchtigt. Seit wann hast du das Motorrad? Könnte es sein, dass der Vorbesitzer absichtlich oder versehentlich auf DOT 4 umgestellt hat? Zuerst würde ich den Deckel vom Hauptbremszylinder abnehmen und 1) schauen, ob wirklich DOT 5 drin ist. Die Flüssigkeit müsste noch richtig lila sein. Der Monteur hat nicht immer unbedingt das gemacht oder genommen, was auf der Rechnung steht. 2) schauen, ob die Ausgleichsbohrung frei ist. Wenn der Hebel mehrmals langsam betätigt wird bis zum leichten Druck, sollte man sehen können, wie das arbeitet (hat Moos schon geschrieben).
Manche möchten nur das Allernötigste machen. Ich würde auf jeden Fall alles zerlegen und unten und oben die Kolbendichtungen austauschen (hat Bestes HT schon geschrieben). Bei DOT 5 ist das recht angenehm zu machen, weil die Komponenten normalerweise nicht so vergammelt sind wie bei einer alten Bremsanlage, die mit DOT 4 oder ähnlichem betrieben worden war.

Es ist definitiv sehr deutlich lila.


Geschrieben von Flexx_Baxter am 27.05.2026 um 09:27:

Moin,

was ich so an der Karre gesehen habe, würde ich einen Schaden durch einen Umfaller ausschließen. Ich tippe vielmehr auf den Bremssattel. Du kannst jetzt das Teil ausbauen, auseinander reissen und versuchen durch Ersatzteile wieder gängig zu machen, oder du gehst in die Bucht und kaufst dir einen neuen Gebrauchten. Letzteres ist bei deinen Möglichkeiten wohl die günstigste Methode deinem Eimer wieder das Verzögern beizubringen.


Geschrieben von springerdinger am 27.05.2026 um 10:14:

zum zitierten Beitrag Zitat von Flexx_Baxter
Moin,

was ich so an der Karre gesehen habe, würde ich einen Schaden durch einen Umfaller ausschließen. Ich tippe vielmehr auf den Bremssattel. Du kannst jetzt das Teil ausbauen, auseinander reissen und versuchen durch Ersatzteile wieder gängig zu machen, oder du gehst in die Bucht und kaufst dir einen neuen Gebrauchten. Letzteres ist bei deinen Möglichkeiten wohl die günstigste Methode deinem Eimer wieder das Verzögern beizubringen.

Das sehe ich auch so.
Ich würde den Sattel ausbauen und überholen!Freude


Geschrieben von Uli G. am 27.05.2026 um 22:31:

Zum Ziehen der Bremskolben gibt es ein nettes Werkzeug für kleines Geld (so 10-3]€), oder man nimmt eine -in der Größe passende- abgewinkelt Seegerringzange (für Ringe auf Wellen, also öffnend, steckt zwei kurze Gummi Schlauchstücke drauf, et violaAugenzwinkern , ist im Besitz eines Werkzeugs, das den gleichen Zweck erfüllt  smile .

Uli


Geschrieben von @MoMo am 28.05.2026 um 07:31:

Hatte mal das gleiche Problem bei meiner EVO, aber mit einer Billet4 Bremszange. Da war aber nicht der Bremssattel schuld, sondern die Bremsarmatur am Lenker.
Hatte zuerst den Bremssattel überholt, mit neuen Dichtungen und 4 neuen Keramik Kolben, brachte aber keinen Erfolg.
Hab dann noch den Bremszylinder überholt, aber wieder ohne Erfolg. Erst nach Kauf einer neuen Bremsarmatur war wieder Ruhe?!


Geschrieben von HarleyChild am 28.05.2026 um 08:59:

zum zitierten Beitrag Zitat von @MoMo
Hatte mal das gleiche Problem bei meiner EVO, aber mit einer Billet4 Bremszange. Da war aber nicht der Bremssattel schuld, sondern die Bremsarmatur am Lenker.
Hatte zuerst den Bremssattel überholt, mit neuen Dichtungen und 4 neuen Keramik Kolben, brachte aber keinen Erfolg.
Hab dann noch den Bremszylinder überholt, aber wieder ohne Erfolg. Erst nach Kauf einer neuen Bremsarmatur war wieder Ruhe?!

Das würde insofern Sinn machen, da der Bock ja auch auf diese Seite umgefallen ist. 

Augenscheinlich ist der Hebel nicht verbogen, aber es war halt ein Sturz rechts, wo der Bremsarmatur ist.

Das Bike hat einen 18 Zoll Apehanger.

Wie kann es aber Auswirkungen auf ein Schleifen unten haben, wenn die Armatur oben einen weg hat???