Der ideale Helm ist eine Wissenschaft für sich.
Zum Thema Geräusche:
- Achte darauf, dass die Ohren komplett bedeckt sind, denn so genannte Police-Helme mit freien Ohren sind ab 80 Km/h der akustische Wahnsinn.
- Auf Grund der offenen Bauweise der normalen Jethelme ist es kaum möglich, diese als "leisen Helm" zu konstruieren. Die hörbaren Unterschiede resultieren aus den Unterschieden beim Polster und dem Futter und erschließen sich nur bei einer Probefahrt.
- Die Davida Helme mit dem Lederfutter "deckeln" die Ohren so wirksam, dass man kaum Windgeräusche hört. Leider auch keinen Motor und keinen Rettungswagen.
- Viele als unangenehm empfundene Frequenzen entstehen durch Pfeiff-Geräusche im Bereiche des Visiers. Diese können je nach Motorrad, Sitzposition und Windschutz erheblich variieren.
Zum Thema Komfort:
- Viele Billig-Helme (aber auch teure HD Helme) haben relativ schweißtreibendes Futter. Hat man keinen Vergleich bemerkt man das meist nicht. Aber wenn man dann das erste mal einen Schuberth, Arai oder Shoei trägt, spürt man es um so doller. Mir ist bspw. ein angenehmes Klima unter dem Helm wichtiger als die coole Optik des Huts. Zumal verschwitzte Haare nach der Fahrt noch uncooler aussehen.
- Belüftung: wirksame Belüftungsöffnungen sind bei jedem Wetter angenehm, bei dem Motorradfahren angenehm ist.
- Windschutz, Schutz vor Regen: Jethelme mit runterklappbarem Visier finden viele spießig. Aber spätestens wenn man auf der Autobahn von starkem Regen überrascht wird, lernt man sie schätzen. Bei Kälte, bei einem vorausfahrenden Sand-Lastwagen, bei Mückenschwärmen und ähnlichen Freuden kann man das Visier zumachen. Bei einem offenen Jethelm eben nicht.
Zum Thema Sicherheit:
- Eine stabile Helmschale (die man bei jedem ECE oder DOT geprüftem Helm erwarten kann) ist das eine. Wohlfühlen ist das andere.
- Deshalb ist eine integrierte Sonnenblende in manchen Situationen ein pures Sicherheitsmerkmal, bspw. wenn die Abendsonne plötzlich zwischen zwei Wolken durchscheint oder wenn man Tunnel fährt.
- Ein Jethelm ist niemals so sicher wie ein Integral-Helm. Ausnahme: Schuberth J1.
Teurere Helme sind in aller Regel wirklich besser und angenehmer zu tragen als Billig-Mützen von Polo & Co., Markenqualität ist spürbar - bei jedem gefahrenen Meter.
Wer einen Helm ohne ausgiebige Probefahrt kauft, stellt entweder überhaupt keine Ansprüche an seinen Helm oder liebt es, Chancen zu vergeben. Ein guter Helm ist viel, viel wichtiger als eine gute Auspuffanlage, denn die hört man ab einem gewissen Tempo eh nicht mehr. Den Helm trägt und hört man immer.
Teppo